2. Tag –
31.07.2004
Nach einem kurzen Frühstück beginnt im Schein
unserer Stirnlampen gegen 5:00 Uhr der Aufstieg. Über
Blockwerk und kleinere Altschneefelder wird gemächlich
ansteigend, gegen Ende steiler werdend, der
Zwischenbergpaß (3268 m) nach etwa 1 Stunde erreicht.
Nach einer kurzen Rast beginnt der eigentliche
Aufstieg:
Rechts vom Grat steigen wir - nach dem Anlegen der
Gletscherausrüstung (Steigeisen usw.) - über ein
sich aufsteilendes Firnfeld problemlos in die Höhe.
Bei etwa 3700 m beginnt nach dem Verlassen des Firnfeldes
der eigentlich Gratanstieg. Der blockige Grat in recht
festem Fels (I, einige Stellen II) führt als logische
Route in Richtung Gipfel. Trotzdem bringt einem die in
dieser Höhe ungewohnte Kletterei gut zum schnaufen.
Kontinuierlich steiler werdend wird dann der südliche
Vorgipfel (3961 m) des Weissmies - eine ausgedehnte
Firnkuppel - erreicht.
Der danach folgende kurze Firngrat zum eigentlichen
Gipfel des Weissmies entpuppt sich nun als großes
Problem: Der sehr schmale, teilweise mit Blankeisstellen
versehene Firngrat ist in diesem Zustand zu schwer für
die Hochtourenerfahrung einiger Bergkameraden. Nach kurzer
Beratung der Bergtourenführer wird aus
Sicherheitsgründen auf den weiteren Aufstieg
verzichtet und nach einer ausgiebigen Rast der Abstieg in
Richtung Hütte begonnen (Erfolg am Weissmies: Juli
2006). Die Tourenbegleiter sichern
ermüdete Bergkameraden bei dem für einige
ungewohnten Abstieg am Blockgrat mit dem Seil.
Leider kommt es trotzdem zu einem Unfall: Beim
Übergang auf das Firnfeld stürzt ein Bergkamerad
einige Meter ab und zieht sich mehrere Platzwunden am Kopf
und einen Schock zu. Aus Sicherheitsgründen wird die
Bergrettung alarmiert, was aber erst wieder mit Erreichen
eines Handynetzes am Zwischenbergpaß geschehen kann.
Etwa 90 Minuten nach dem Unfall erscheint der Helikopter
der Air Zermatt mit den Bergrettern, die sich
professionell um unseren Kameraden kümmern und nach
wenigen Minuten mit ihm in Richtung Hospital in Visp
entschweben. Glück im Unglück: Unser Kamerad kann
bereits am nächsten Tag mit aus dem Hospital entlassen
werden.
Der weitere Abstieg erfolgt dann problemlos und gegen
16:00 Uhr sind wir wieder an der Almageller Hütte.
(1060 HM↑↓)



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