3. Tag –
23.07.2005 (Berliner Hütte (2044 m) -
Schönbichler Horn (3133 m) - Furtschaglhaus (2295
m))
Der morgendliche Run an die
Frühstückstheke. Bei einer so groβen
Hütte muss alles gut durchorganisiert werden, um
nicht im Chaos zu enden. Trotzdem genieβen wir
unser Frühstück, bevor wir uns auf die
heutige "Königsetappe" begeben.
Über 1000 Höhenmeter sind es bis zu unserem
3000er. Bevor wir den langen Anstieg beginnen, queren wir
die groβen Gletscherschliffe im Talboden des
Zemmgrundes. Auf flachen Pfaden queren wir mehrere
Schmelzwasserbäche und erreichen nach etwa 30 Minuten
den Fuβ des vom Schönbichler Horn
herunterziehenden Nordostgrates. Wir werden auf diesem Weg
von einigen sportlichen Alpenvereinsgruppen überholt,
die trotz geselliger Abendveranstaltungen fröhlich des
Weges ziehen.
Dann beginnt der Pfad zu steigen. Entlang alter
Seitenmoränen nähern wir uns in
gleichmäβigem Tempo dem zum Schönbichler
Horn ziehenden Felsgrat. Bereits jetzt überholen
wir wieder einige Mitglieder der Alpenvereinsgruppen, die
teilweise schwer schnaufend am Wegesrand stehen, das
Anfangstempo war wohl etwas zu
optimistisch.
Oberhalb der Vegetationsgrenze besteht der Höhenzug
aus einem scheinbar wirren Haufen von Steinplatten und
Felsbrocken. Doch dank der unermüdlichen Arbeit des
Wegedienstes des ÖAV besteht die weitere Anlage des
Weges groβteils aus sorgfältig angeordneten
Steinplatten, so dass eine Art langer Treppenweg bis zum
Gipfelaufbau des Schönbichler Horns anzutreffen
ist.
Es geht mittlerweile auf dem Kamm des Nordorstgrates
weiter. Links und rechtes bricht der Höhenzuges steil
zum Waxegg- und Schönbichlerkees ab. Die
Luft ist schon merklich dünner als wir oberhalb von
3000 m den steilfelsigen Gipfelaufbau des
Schönbichler Horns erreichen. Jetzt erleichtern
stabile Drahtseilsicherungen den Aufstieg. Entgegen
kommende Bergsteiger zwingen zu - aufgrund der dünnen
Luft - willkommenen Wartepausen. Als wir die
Schönbichler Scharte (3081 m) erreichen steigen
wir gleich weiter zum Gipfelkreuz des Schönbichler
Horn (3133 m) auf. Trotz der recht dichten
Bewölkung bietet sich während der Gipfelrast ein beeindruckender Blick auf die
Gletscher unterhalb des Groβen Möseler
(34787 m). Die grauen Blankeisflächen der Gletscher
und die überall sichtbaren Schmelzwasserrinnen
zeugen aber auch in diesem Sommer wiederum vom starken
Gletscherschwund.
Der Abstieg geht die erste halbe Stunde immer wieder
über alte Firnfelder. Danach verliert der Pfad schnell
an Höhe und führt in gleichmäβigem
Gefälle in Richtung Furtschaglhaus. Wir
erreichen die Htte dann kurz vor einem Regenschauer nach
einer gesamten Gehzeit (inkl. Pausen) von 6,5 Stunden.
(ca. 1091 HM↑, ca. 840 HM↓)
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