4. Tag - 06.10.2007
Besteigung des Východná Vysocká
(2428,6 m)
Nebel und Wolken! Eigentlich wollten wir noch
eine groβe Abschluβtour durchführen. Aber
bei diesem Wetter macht dies keinen Sinn. Die Sicht
beträgt kaum 100 m! Aber zumindest bis zum Talende der "Velická dolina"
wollen wir gehen. Über den vom gestrigen Tag
bekannten Weg gehen wir das Tal empor. Zumindest trocken
weht über 2000m Höhe ein scharfer Wind, der
die Wolken vor sich her treibt. Manchmal reiβt der
Blick zum Gerlachovský Stit auf: Eine
Schneeauflage hat das Gesicht des Berges seit gestern
deutlich verändert.
Im Talende kommen wir an eine etwa 30m hohe Steilstufe.
Teilweise mit Ketten versichert strebt der schmale Pfad -
nunmehr mit Schnee bedeckt - nach oben. Wir erreichen den
dick vereisten Paβ Polský hreben in 2200
m Höhe. Die Sicht beträgt etwa 15 Meter, selbst
die im Windschatten der Felsen stehende Gämse kann uns
erst auf diese Entfernung sehen.
Trotz der stark vereisten Schneeauflage wollen
wir zumindest versuchen, den Gipfel der
Východná Vysocká zu
erreichen. Anfangs durch steiles Felsgelände und
mit Ketten versichert steigt die kaum erkennbare
Pfadspur auf der rechten Seite des Westgrates in den
Wolken an.
Urplötzlich wird es heller: wir nähern uns der
Wolkenobergrenze. Dann stehen wir in gleiβendem
Sonnenlicht. Die umliegenden Gipfel - alle frisch
verschneit - leuchten zwischen den Wolkenfetzen auf. Noch
etwa 30 Höhenmeter, dann stehen wir
am Gipfel der Východná Vysocká
(2428 m). Die Rundumsicht ist überwältigend. Eine
winterliche Hochgebirgseinsamkeit in der die ziehenden
Wolken immer neue Lichtstimmungen schaffen. Fast 30 Minuten
geniessen wir dieses Schauspiel ehe wir den Abstieg in die
Wolkendecke beginnen.
Auf der von uns getretenen Spur kommen uns jetzt erste
Bergsteiger entgegen, deren Stimmung hebt sich deutlich als
Sie von uns erfahren, das es am Gipfel sonnig ist.
Langsam wandern wir nun zum Sliezky Dom
zurück, welches wir nach 5 Stunden erreichen. Dies war
die letzte unserer 3 Tatratouren, wir haben das kleinste
Hochgebirge der Welt sehr eindrucksvoll mit den
verschiedensten Wetterstimmungen erlebt.
(780 HM↑↓)

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